Institut für Japanologie Prof. Dr. Hans Martin Krämer
Kontakt
Zentrum für Ostasienwissenschaften, Institut für Japanologie
Voßstraße 2, Gebäude 4120
Raum 120.02.18
69115 Heidelberg
+49 (0) 6221 54 15 352
hans.martin.kraemer@ zo.uni-heidelberg.de

Lebenslauf (Auszug)
2023 – Dekan, Philosophische Fakultät, Univ. Heidelberg
2022 – 2023 Direktor, Zentrum für Ostasienwissenschaften, Univ. Heidelberg
2017 – 2022 Direktor, Institut für Japanologie, Univ. Heidelberg
2012 – Professor für Japanologie, Univ. Heidelberg
2012 Habilitation in Japanologie mit der Arbeit „Zwischen europäischem Wissen und eigener Tradition: Zur Aneignung und Übersetzung von Religion in Japan, 16. bis 20. Jahrhundert“, Ruhr-Universität Bochum
2011 – 2012 Gastwissenschaftler, Internationales Forschungszentrum für japanische Kultur (Nichibunken), Kyoto
2008 – 2012 Juniorprofessor für Japanologie (Religion und Geistesgeschichte), Ruhr-Universität Bochum
2006 – 2007 Advanced Research Fellow, Program on U.S.-Japan Relations, Weatherhead Center for International Affairs, Harvard University
2005 Promotion in Japanologie mit der Arbeit „Neubeginn unter US-amerikanischer Besatzung? Hochschulreform in Japan zwischen Kontinuität and Diskontinuität, 1919–1952“, Ruhr-Universität Bochum
2001 – 2002 Fellowship der Japan Foundation für einen 14-monatigen Forschungsaufenthalt an der Universität Tokyo
1999 – 2008 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Sektion Geschichte Japans, Fakultät für Ostasienwissenschaften, Ruhr-Universität Bochum
1999 Magister Artium in Japanologie mit der Arbeit „Unterdrückung oder Integration? Die Politik des japanischen Staates gegenüber der katholischen Kirche in Japan, 1931–1945“, Ruhr-Universität Bochum
1992 – 1999 Studium der Fächer Neuere Geschichte, Geschichte Japans, Philosophie, Japanisch, Modernes Japan und Vergleichende Kulturwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Sophia-Universität Tokyo und der Ruhr-Universität Bochum
1992 Abitur am Humboldtgymnasium Solingen-Wald
1989 – 1990 Besuch der Stephen F. Austin High School in El Paso, Texas
Zur Person
Hans Martin Krämer (Jahrgang 1972) hat an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Sophia-Universität in Tokyo und der Ruhr-Universität Bochum Geschichte, Japanologie und Philosophie studiert. Nach Forschungsaufenthalten an der Universität Tokyo, der Harvard University und dem Internationalen Forschungszentrum für japanischen Kultur in Kyoto war er von 2008 bis 2012 Juniorprofessor für Japanologie an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2012 ist er Professor für Japanologie (Schwerpunkt Geschichte/Gesellschaft) an der Universität Heidelberg. Nach mehreren Ämtern in der Selbstverwaltung (Leiter des Instituts für Japanologie, Direktor des Zentrums für Ostasienwissenschaften, Sprecher des Centrums für Asienwissenschaften und Transkulturelle Studien (CATS) und stellvertretender Gleichstellungsbeauftragter der Philosophischen Fakultät) ist Krämer seit Oktober 2023 Dekan der Philosophischen Fakultät (Amtszeit: vier Jahre). Seit 2019 ist er überdies Vertrauensdozent der Hans Böckler Stiftung. Forschungsinteressen Die 2005 eingereichte Dissertation hatte Hochschulreformen in Japan zwischen 1919 und 1952 zum Thema. Die 2006 veröffentlichte Arbeit korrigiert das gängige Bild von der Epochenwende, welche die Bildungsreformen unter US-amerikanischer Besatzung bedeutet hätten, und relativiert diese Einschätzung durch eine tiefgehende Analyse des Reformdiskurses und der Reformpraxis im Hochschulbereich vor 1945, insbesondere während der 1930er Jahre. In letzter Konsequenz stellt die Arbeit damit herkömmliche Auffassungen über die faschistische Epoche und die Nachkriegsdemokratie in Japan in Frage, insbesondere über die in den verschiedenen politischen Systemen dominanten gesellschaftlichen Wertevorstellungen. Die 2012 eingereichte Habilitationsschrift behandelt die Entstehung des modernen Religionsbegriffs in Japan. Mittels einer begriffsgeschichtlich orientierten Untersuchung wird gezeigt, dass einseitige Annahmen der kulturellen Dominanz des Westens, die die christlich-protestantische Prägung des japanischen Religionsbegriffs betonen, zu kurz greifen. Vielmehr zeigen Analysen der frühneuzeitlichen Vorgeschichte der Neuprägung shūkyō 宗教 sowie der Debatten über Staat und Religion in der frühesten Meiji-Zeit (zwischen etwa 1868 und 1876), dass die Interessen japanischer Akteure von eigenen Motivlagen geprägt waren, die weitgehend unabhängig von der vermeintlichen halbkolonialen Abhängigkeit vom Westen waren. Die Schrift ist 2015 in überarbeiteter Fassung als englischsprachige Monographie bei Hawaii University Press erschienen. Daneben bestehen langjährige durch Publikationen manifestierte Forschungsinteressen v.a. in vier Bereichen: 1. Religionsgeschichte – wie haben religiöse Gruppen (darunter v.a. Minderheiten wie Christentum oder Islam) als zivilgesellschaftliche Akteure im modernen Japan dem Staat gegenüber agiert? 2. Wissensgeschichte – wie sind moderne Wissensformationen (z.B. Marxismus oder Neukantianismus) im (auch personellen) Austausch mit dem Westen entstanden? 3. Sozialgeschichte – wie haben zivilgesellschaftliche Gruppen wie Gewerkschaften zur Formierung des japanischen Wohlfahrtsstaats beigetragen? 4. Umweltgeschichte – wie hat sich die Mensch-Tier-Beziehung zwischen Diskurs und sozialer Realität von der Frühen Neuzeit bis hin zur aktuellen Tierschutzgesetzgebung entwickelt?