Über uns

Am Sinologischen Institut der Universität Heidelberg ist seit 2016 ein Projekt zur China-Archäologie angesiedelt, das durch die Dr. Magdalene von Dewall-Stiftung finanziert wird. Ziel die Förderung der China-Archäologie als moderne und möglichst interdisziplinäre Wissenschaft.

Die Stifterin, Dr. Magdalene von Dewall (1927 – 2014) war selbst nach einer Ausbildung als Sinologin, Archäologin und Ethnologin als eine Pionierin der China-Archäologin an den Universitäten Cambridge, Yale, Kuala Lumpur und Heidelberg in Forschung und Lehre tätig und publizierte zu zahlreichen Themen, darunter zu Pferd + Wagen im Alten China, zur Archäologie Südwestchinas, zur bronze- und früheisenzeitlichen Technik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte Chinas. In ihrer Arbeit bestand sie auf kritischer, eigenständiger und sorgfältiger wissenschaftlicher Reflexion und verwahrte sich gegen archäologische Forschungen, die Kontexte unberücksichtigt oder Präzision vermissen ließen.

Da ihr die Überwindung von fachsprachlichen Übersetzungs- und Verständnishürden von chinesischen Ausgrabungsberichten und anderen wissenschaftlichen Publikationen zur archäologischen Forschung ein besonders dringliches Anliegen war, initiierte und finanzierte sie durch ihre Stiftung seit 2006 die Erstellung eines Chinesisch-Deutschen Fachwörterbuches zur Archäologie. Damit soll ein modernes Hilfsmittel an die Hand gegeben werden, das Quellenmaterial leichter zu erschließen und dem heutigen Kenntnisstand besser gerecht zu werden. Das betrifft auch die Partnerwissenschaften wie Archäometrie oder Archäobiologie sowie Restaurierung und Konservierung. In beträchtlichem Umfang wird auch die Terminologie des Ausstellungswesens berücksichtigt, um binationale Kooperationen zu erleichtern.

Das Projekt unterstützt ferner die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Förderung des Austausches auf diesem Gebiet.

Die Erstellung und Redaktion des Chinesisch-Deutschen Archäologischen Fachwörterbuches liegt in den Händen der China-Archäologin Jeanette Werning, M.A., mit einer Ausbildung als Vor- und Frühgeschichtlerin, Sinologin und Ethnologin.

Das Projekt wird geleitet von Prof. Dr. Enno Giele, dessen Forschungsschwerpunkt zu ausgegrabenen chinesischen Textfunden in einzigartiger Weise eine Verbindung zur China-Archäologie herstellt, so dass materielle und textliche Relikte in einem Kontext analysiert werden und neue Perspektiven eröffnet werden können.

Am Heidelberger Centre for Asian and Transcultural Studies (CATS) werden ferner Lehrveranstaltungen zur Archäologie Chinas angeboten. Es besteht eine informelle Kooperation mit dem Archäologischen Institut der Universität mit Sondervorträgen und Gastprofessoren.

Zuletzt bearbeitet von: SV
Letzte Änderung: 23.10.2019
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