Film-Newsletter

Sci-Fi im Kino
Noch mehr Verfilmung
Huang Wencais neuer Film

Filmnewsletter März

Liebe Filmliebhaber!

Hier ist der März-Newsletter! Diesmal wurde ich von einer Fülle an Verfilmungen überflutet und musste mich auch zwei beschränken. Mit dabei: Han Han 韩寒 und Liu Cixin 刘慈欣 – beides Namen, die seit den letzten paar Jahren regelmäßig durch die Presse gehen. Viel Spaß!
Vielleicht gibt es ein paar Leser, die sich mit der zeitgenössischen Literatur aus China beschäftigen und die es schon gehört haben: Nachdem der berühmte Sci-Fi Autor Liu Cixin 刘慈欣 mit seinem Roman The Three Body Problem 三体 einen weiteren Hit gelandet ist, soll nun noch eine Geschichte verfilmt werden. Seine Kurzgeschichte The Wandering Earth 流浪地球 mit dem Regisseur Frant Gwo (郭帆) soll Ende 2018 bis Anfang 2019 in den chinesischen Kinos anlaufen.
Über sein zu verfilmendes Werk Three-Body Problem – das erste in der Trilogie Remembrance of Earth’s Past 地球往事, meist auch einfach Three Body 三体 genannt – sagte Liu dem Guardian bereits im Dezember letzten Jahres, dass es hohe Erwartungen an ein solch Science-Fiction-Projekt gäbe. Als eines der ersten großen der chinesischen Filmindustrie wäre jedoch gemäßigte Haltung dem Film gegenüber ratsam – die Verfilmung sollte letztes Jahr in die Kinos kommen und lässt immer noch auf sich warten. Wir bleiben gespannt!
Zum Guardian Artikel über Lius Werk
Noch mehr Verfilmung!
Apropos Verfilmungen: Es gibt noch mehr News! Autor und Internet-Berühmtheit Han Han 韩寒 verfilmte Duckweed (乘风破浪), eine Geschichte, die teilweise auf seinem Leben beruht und von Fang Li 方励, der an bekannten Klassikern wie Lost in Beijing (苹果) mitwirkte, produziert wurde. Der Rennautofahrer (wie Han im echten Leben) Lang wird zurück in die Vergangenheit geworfen und lernt seinen Vater in jung kennen – eine coming-of-age Geschichte, die durch Zeitsprünge den Generationskonflikt durch Empathie überwinden möchte. Mit Humor wird außerdem die sich entwickelnde Technologieindustrie der 1990er thematisiert, wenn Lang mit veralteten Gerätschaften und Persönlichkeiten der späteren Tech-Welt in Kontakt kommt.
Trotz so mancher Kritik des zu „flachen“ Formats der weitverbreiteten chinesischen Dramedy beinhaltet der Film spannende Reflektionen zur heutigen Generation und deren Auffassung von „Vergangenem“ in einer rasant fortscheitenden technischen Entwicklung.
Zu einer Review von Duckweed
Huang Wencais neuer Film
Nachdem ich im Januar die Dokumentarlandschaft Chinas mit einer etwas positiveren Bilanz 2016 angerissen habe, folgt hier ein interessanter Beitrag zu Huang Wenhai 黄文海, einem umstrittenen (da politisch aktiven) Dokumentarfilmer mit seinem neuesten Film We, the workers (凶年之畔). Auf engstem Raum lebte der Regisseur mit seinen Protagonisten, den Arbeiteraktivisten in Guangdong während der Filmarbeiten 2014. Sein Werk, das jetzt im Rotterdamer Filmfestival anlief, dokumentiert das gefährliche Leben derer, die sich für die Arbeiterrechte einsetzen und mit der brutalen Wirklichkeit konfrontiert sind.
Nach Jahren kontroversen Arbeitens für seine Filme, ständiger staatlicher Überwachung und einer kurzen Lebensepisode im Kloster zog Huang 2013 schließlich nach Hongkong, wo er das Buch The Gaze of Exile – the Testimony of China’s Independent Documentaries verfasste und den jetzigen Film fertigstellte.

Im Artikel wird Huangs Sicht als chinesischer Staatsbürger heute so zitiert:
“I don’t think it matters if I were to make documentaries with a Chinese theme,” he says. “I think we’re just a bit too limited by this national concept. […] I don’t think you should shackle yourself to just one place in this globalised world.”

Nichtsdestotrotz freut man sich natürlich über dokumentarische Werke, die das Augenmerk auf lokale Missstände legen und die Aufmerksamkeit internationaler Zuschauer gewinnen.
Zum SCMP Artikel über Huang Wenhai
Pünktlich zu den Semesterferien scheinen sich auch die Chinasegmente im Fernsehen frei zu nehmen. Für kurzfristige Fernsehtipps melde ich mich gerne nochmal über die Liste!
 
Wann Datum Beginn Ende Sender Titel Teil Bemerkungen
Montag 20.3. 23:15 00:00 ZDFinfo Jinsha - Chinas verlorene Stadt 1 von 1  
Samstag 1.4. 15:30 16:00 3sat Im Land der Schamanen 1 von 1  
Mittwoch 26.4. 11:10 11:55 arte Wilder Yak - Wildes China 1 von 1  
 
Viele sonnige Grüße!

- Clara
Zuletzt bearbeitet von: SV
Letzte Änderung: 06.03.2017
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