Workshop am IKO Edo-Kunst in deutschen Sammlungen

Am 4. Juli 2026 lud das Institut für Kunstgeschichte Ostasiens (IKO) der Universität Heidelberg zum Workshop „Edo Art in German Research and Collections" in das CATS-Auditorium ein. Studierende und interessierte Gäste erhielten Einblick in die Forschung zur Kunst der Edo-Zeit (1603–1868) und lernten drei ausgewiesene Expert:innen aus deutschen Institutionen kennen.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Sarah E. Fraser (Lehrstuhl für Chinesische Kunstgeschichte) und einer Einführung durch Japan-Referentin Katharina S. Rode-Kaya sprach zunächst Prof. Dr. Annegret Bergmann (Freie Universität Berlin) über Kabuki-Theater und Schauspielerdrucke – von der Entstehung des Genres bis zu den wirtschaftlichen Netzwerken zwischen Theatern, Schauspielerfamilien und Verlegern.

Dr. Wibke Schrape (Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg) stellte anschließend die Japansammlung des MK&G vor, die zu über 50 % aus der Edo-Zeit stammt, und beleuchtete die Sammlungsgeschichte um den ersten Museumsdirektor Justus Brinckmann sowie dessen Kurator Hara Shinkichi.

Dr. Kevin Schumacher-Shoji (Bayerische Staatsbibliothek) rundete den Tag mit einem Vortrag zu den Münchner Sammlungen ab und zeigte, wie verstreut, teils vergessen oder falsch zugeordnet ostasiatische Kunstobjekte in deutschen Häusern bis heute sind.

Die drei Vorträge machten die fachliche Bandbreite deutscher Forschung, Sammlungspraxis und Kuration im Bereich der Edo-Kunst sichtbar und verdeutlichten zugleich den Bedarf an weiterer Forschung und Nachwuchsförderung. Rund 29 Teilnehmende – darunter BA-, MA- und PhD-Studierende sowie Zuhörer:innen der allgemeinen Öffentlichkeit – nutzten die Gelegenheit zum direkten Austausch mit den Referent:innen in den Pausen und im Rahmen lebhafter Publikumsdiskussionen, etwa zu wirtschaftlichen Hintergründen der Kabuki-Theater oder internationalen Sammlernetzwerken.

Der Workshop unterstreicht die enge fachliche Vernetzung des IKO mit führenden Expert:innen im Bereich der japanischen Kunstgeschichte und bietet Studierenden wertvolle Einblicke in die Praxis der Forschung – ein wichtiger Impuls für die eigene Ausbildung als Kunsthistoriker:in.