Propädeutikum

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Aktuelles

Alle Anwärter für das Studium der Sinologie im BA Ostasienwissenschaften oder für die Teilnahme am sinologischen Sprachpropädeutikum müssen sich verbindlich, möglichst bis zum 30.09.2016, bei Prof. Dr. Barbara Mittler anmelden! Details zur Anmeldung finden Sie hier.
Aktuelle Informationen zum Stoffplan des Sprachunterrichts finden Sie auf Moodle (E-Learning Plattform) unter Philosophische Fakultät -> Ostasienwissenschaften -> Propädeutikum bzw.  Moodle-Kurs Propädeutikum.  Den Stundenplan finden Sie im  Vorlesungsverzeichnis.

Allgemeines

Mit dem Wintersemester 1989/90 wurde am Sinologischen Seminar der Universität Heidelberg ein Propädeutikum im Fach Sinologie institutionalisiert. Es versteht sich als ein fachstudienvorbereitendes Jahr, genauer gesagt, es ist ein 34 wöchiger Intensivkurs Chinesisch, verteilt auf zwei Semester und einen Ferienkurs. Das Propädeutikum hat das Ziel, auf das methodische Fachstudium der Sinologie, klassisch und modern, vorzubereiten. Da beim Sprachunterricht Chinesisch normalerweise keine Vorkenntnisse vorausgesetzt werden können, nimmt dieser den größten Raum des studienvorbereitenden Jahres ein.

Diese Art des Curriculums ist für eine traditionell eher als exotisch eingestufte Fremdsprachenphilologie eine Neuerung und entstand aus Erfahrungen und Vergleichen der Ausbildungsgänge im Chinesischen an anderen Universitäten, auch außerhalb des deutschen Sprachraumes. Das normalerweise vier- bis sechssemestrige traditionelle sino logische Grundstudium integrierte die Sprachausbildung als typische Streukurse, deren Ergebnisse häufig in negativem Verhältnis zum betriebenen Aufwand standen. Studienabbrüche in relativ hohem Hochschulsemester sowie überproportional lange Studienzeiten waren als Resultate keine Ausnahmen. Der zentrale Punkt im Sinologiestudium ist aber die Beherrschung der Zielsprache.  Wer während des Propädeutikums merkt, daß die chinesische Sprache doch nicht das "Richtige" ist, hat ein paar Wochen, höchstens ein paar Monate "fehlinvestiert." Auf der anderen Seite muß man sehen, daß bei dem fehlenden Berufsbild des "Sinologen" häufig speziell die sprachpraktischen Kenntnisse für die Stellensuche ausschlaggebend sind. Deshalb wird im Propädeutikum besonderer Wert auf die Ausbildung im Chinesisch SPRECHEN gelegt. Auch wer sich nach bestandenem Propädeutikum nicht für die Aufnahme eines chinawissenschaftlichen Fachstudiums entscheidet, hat allein schon durch die Menge des durchgearbeiteten Stoffes sich in weniger als einem Jahr mehr erworben als andere während eines ganzen sinologischen Studiengangs: Der Stoff des Propädeutikums entspricht etwa vier Semestern "traditionellem" Sprachunterricht. Auch für Interessenten aus anderen Fachbereichen wie Medizin oder Jura besteht die Möglichkeit, sich durch Teilnahme am Propädeutikum die sprachliche Grundlage für eine landesbezogene Spezialausbildung zu sichern. Es muß aber nachdrücklich darauf hingewiesen werden, daß der Kurs in seiner Organisation als nahezu neunmonatiger Intensivlehrgang von den Lernenden ein Höchstmaß an Leistungsbereitschaft und zeitlichem Aufwand voraussetzt und nicht en passant mitgenommen werden kann.

Die erfolgreiche Teilnahme am Propädeutischen Jahr ist Voraussetzung für den BA Ostasienwissenschaften/Schwerpunkt Sinologie und laut noch gültiger Studien- und Prüfungsordnung im Fach Sinologie als Magisterstudiengang an der Universität Heidelberg Bedingung für die Zulassung zur Zwischenprüfung. Rechtsgrundlage hierfür ist die Anlage zum Allgemeinen Teil der Zwischenprüfungsordnung der Universität Heidelberg in den Lehramtsstudiengängen, Magisterstudiengängen und grundständigen Promotionsstudiengängen der Fakultät für Orientalistik und Altertumswissenschaft vom 2.5.1990, genehmigt vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes Baden-Württemberg mit Erlaß vom 3.4.1990, AZ II-812.33/70, 71, 72.  Diese neue Regelung bedeutet, daß alle Studierenden  der Sinologie im Hauptfach [Sinologie I = Klassische Sinologie; Sinologie II = Moderne Sinologie] vor Aufnahme des eigentlichen Fachstudiums und der damit verbundenen Spezialisierung an dieser Lehreinheit teilnehmen müssen, ausgenommen ist lediglich der Nebenfachstudiengang Sinologie I, für den keine Teilnahmepflicht am Propädeutikum besteht. Nur hier ist ein "Seiteneinstieg" möglich.

Zur Struktur des Propädeutikums

Dauer: 2 Semester plus 1 Vorsemester- und 1 Zwischensemesterkurs, in der Regel 34 Wochen

Stunden: Sprachunterricht von 20 Semesterwochenstunden im 2-wöchigen Vorkurs, 18 Semesterwochenstunden während des ersten Semesters und im zweiwöchigen Zwischensemesterkurs, der sich daran anschliesst, 16 Semesterwochenstunden während des zweiten Semesters.

Beginn: 2 Wochen vor Beginn der Vorlesungszeit im Wintersemester. Nur wer diesen Vorkurs besteht, kann am Semester-Propaedeutikum teilnehmen.

Der Sprachunterricht Chinesisch ist auf folgende Lernziele fokussiert: Kommunikation, Phonetik, Grammatik, Lesen. Das Propaedeutikum erlaubt die Erarbeitung eines aktiven Wortschatzes von ca. 1600 Einheiten; der Grundwortschatz bei ca. 3000 Wörtern. Dabei ist zu beachten, daß nicht nur die in der Volksrepublik China gebräuchlichen Kurzformen der Zeichen vermittelt werden, sondern auch die traditionellen Standardformen.

Der Wochenablauf im Propädeutikum ist folgendermaßen strukturiert: Sprachunterricht täglich , z. T. in Gruppen, z.T. im Plenum (Gruppen A, B, C im Wechsel: Konversation, Übungen und Sprachlaborübungen; Plenum: Wiederholung, Grammatikunterricht und Schriftzeichenkunde. Die Gruppenstunden werden von chinesischen Lektorinnen und Lektoren ausschließlich in der Unterrichtssprache Chinesisch durchgeführt.

Von allen Lernenden wird die Bereitschaft erwartet, sich nach Unterrichtsschluß das am Vormittag neu vorgestellte Material in individueller Arbeit intensiv vorzuführen; es gibt auch regelmäßig schriftliche Übungsarbeiten zur Nachbereitung, sowie Tests (mündlich und schriftlich) in den einzelnen Unterrichtseinheiten. Ein großer Teil des persönlichen Einsatzes bezieht sich auf das Auswendiglernen korrekter Sprachausschnitte bzw. das Repetieren der chinesischen Schriftzeichen. Die Progression im Kurs ist extrem hoch: der geforderte aktive Zeichenschatz liegt bei ca. 1600 Einheiten; der Grundwortschatz bei ca. 3000 Wörtern.

Ein Tag der Woche ist in der Regel Wiederholungstag bzw. Klausurtermin. Pro Semester werden zwei Klausuren geschrieben, die insgesamt mit "ausreichend" bestanden sein müssen. Eine Nachklausur (im Falle von Krankheit etc.) wird am Ende des zweiten Semesters angeboten. Anspruch besteht nur auf eine Nachklausur pro Semester.

Im ersten und zweiten Semester finden in der Regel nachmittags das Proseminar Ostasien in der Weltgeschichte (I und II) statt (äquivalent zu "Landeskunde"), im ersten Semester ergänzt durch das Proseminar Einführung in die Geschichte, im zweiten Semester ergänzt durch das Proseminar Einführung in die Literatur. Die Proseminare enthalten auch Elemente zur Hilfsmittelkunde, die auch im Sprachteil des Propädeutikums erlernt werden.

Benotung

Ein wesentlicher Punkt für den erfolgreichen Abschluss des Propädeutikums ist die Teilnahmefrequenz: bei einem betreuungsintensiven Fremdsprachenunterricht wie im Chinesischen ist regelmäßiger Besuch der Unterrichtsveranstaltungen unbedingt notwendig. In jeder der täglichen Unterrichtseinheiten liegt eine Namensliste aus, die von den Anwesenden namentlich abzuzeichnen ist. Insgesamt dürfen während des gesamten Propädeutikums in jeder Einheit höchstens 1/5 der Stunden verpasst werden. Wer dieses Limit bei seinen Fehlzeiten überschreitet, erhält keinen Leistungsnachweis. Jede Unterrichtseinheit wird einzeln von den jeweiligen Lehrkräften benotet. Fehlzeiten wirken sich negativ auf die Benotung aus. Die mündliche Note im Propädeutikum setzt sich zusammen aus den mündliche Prüfungen und den Leistungen in den Gruppen (Mitarbeit, Hausaufgaben).

Die Noten werden nach dem folgenden Schema vergeben:

  • 50% mündlich:
    • Sprachlehrerbenotungen (aus den einzelnen Kursbestandteilen) 
    • muendliche Pruefungen (am Ende des Zwischensemesters und des Sommersemesters)
  • 50% schriftlich:
    • Klausuren

Für Studierende, die das Propädeutikum einsemestrig als BA-Beifach mit Inhaltsoption studieren gilt folgende Regelung:

  •  30 % Sprachlehrerbenotungen
  •  70 % Klausuren

Fehlzeiten

Die Anwesenheit im Propädeutikum ist Pflicht. Fehlzeiten werden entsprechend wie in anderen Kursen für den Scheinerwerb angerechnet und zwar wie folgt:

Jedes Semester hat 15 Wochen. Das Propädeutikumssemester hat 19 Wochen. Es dürfen, wie in allen anderen Kursen auch, insgesamt höchstens ca. 15% der Sitzungen (bei regulären Kursen von 2SWS in 15 Wochen gilt, höchstens 2 Sitzungen) entschuldigt versäumt werden (z.B. wegen Krankheit etc. Der Student muss VOR der versäumten Stunden eine schriftliche Entschuldigung per email an den entsprechenden Lehrer senden). Bei Fehlen über diesen Satz hinaus kann kein Schein ausgestellt werden.

Das Propädeutikum setzt sich nun aus sehr vielen verschiedenen Einzelkursen zusammen. Die Fehlzeiten dürfen auch hier insgesamt 15 % nicht überschreiten. Ausserdem gilt: wenn in einem Einzelkurs ein Student mehr als 40% versäumt (ca. 8 von 19 Sitzungen), wird für die jeweilige Teilnote des Kurses eine 5 zu seiner Durchschnittsnote addiert. Wenn ein Student 60% (ca. 12 von 19 Sitzungen) versäumt, wird eine 6 zu seiner Durchschnittsnote addiert.

Bsp.:

  • Durchschnittsnote 2, Student versäumt 40 %: 2+5=7, Endnote: 3.5, i.e. 4!
  • Durchschnittsnote 1, Student versäumt 60 % 1+6=7, Endnote: 3.5, i.e. 4.

Wer am Ende des propaedeutischen Jahres INSGESAMT mehr als 15 % der Sitzungen verpasst hat, kann kein Propaedeutikumszeugnis erhalten.

Unterrichtsmaterial

Als Lehrwerk wird ein in Zusammenarbeit mit der Taiwan Shifan Daxue gemeinsam entwickeltes multimediales Lehrwerk verwendet. Hinweis: Die Lehrbücher können von den Studierenden nach Unterrichtsbeginn direkt im Institut gekauft werden.

Für den Unterricht in Schriftzeichenkunde ist notwendig:

  • Far East 3000 Chinese Character Dictionary 遠東漢字三千字典, Taipei: The Far East Book Co. 2003, 802 pp.
    Hinweis: Das Lexikon müssen sich die Studierenden selbst bestellen/kaufen/besorgen. Es ist bei den üblichen Internet-Buchhändlern lieferbar sowie auch direkt über die Homepage des Far-Eastern Verlages.

Als Wörterbücher werden empfohlen:

  • LANGENSCHEIDTS HANDWÖRTERBUCH CHINESISCH, Berlin: Langenscheidt 1996, 458 u. 304 S., ca. € 79,-.
  • DAS NEUE CHINESISCH-DEUTSCHE WÖRTERBUCH [Xīn Hàn-Dé cídiǎn], Beijing: Shangwu 1996, 1164 S., ca. € 35,-.
  • CHINESISCH-DEUTSCHES UNIVERSALWÖRTERBUCH, v. W. Fuchsenberger u. Zhang Honggang, Shikaimin, Beijing: Waiwen 2001, 1514 S., ca. € 45,-.

Zur Ergänzung werden empfohlen:

  • CHINESISCH-DEUTSCHES STILWÖRTERBUCH FÜR KONVERSATION [Hàn-Dé huìhuà yòng xiūcí cídiǎn], von Liu Mau-Tsai, Berlin: de Gruyter 1980, 815 S.
  • XINHUA ZIDIAN, Beijing: Shangwu 1971, 616 S., ca. € 5,-
  • 201 CHINESE VERBS: COMPOUNDS AND PHRASES FOR EVERYDAY USAGE, von Eugene und Nora Ching, Woodbury, N.Y. : Barron's Educational Series, 1977, 264 S., ca. € 4,-
Zuletzt bearbeitet von: HT
Letzte Änderung: 05.08.2016
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